Ein Schuljahr voller Respekt:

Respekt-Coaches-Workshops und -Seminare in Pirmasens

Im Rahmen des Programms Respekt Coaches fragten sich Schülerinnen und Schüler in Pirmasens, was Respekt eigentlich bedeute, setzten ihre Antworten mit Hilfe von Tanz, Musik und Medien um und nahmen sich dabei als Klassengemeinschaft neu wahr. Ein ganzes Schuljahr wurden sie durch das Programm begleitet. Die pandemiebedingten Änderungen wurden kurzerhand in einer Mitmach-Aktion aufgegriffen.

Schülerinnen und Schüler in Pirmasens setzten sich ein Schuljahr lang in Workshops mit Respekt auseinander.

Für 48 Schülerinnen und Schüler der Klassen BVJ (Berufsvorbereitungsjahr) Sprache und Technik sowie der Berufsfachschule (BF 1) Wirtschaft und Verwaltung begann das letzte Schuljahr spielerisch. Unter dem Motto „Kennenlernen am Eisweiher“ hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich an der frischen Luft und bei lockerer Atmosphäre mittels verschiedener Kooperations- und Kommunikationsspiele näher kennenzulernen und als Klassengemeinschaft wahrzunehmen. Begleitet wurden sie von einer Erlebnispädagogin und der Respekt-Coaches-Mitarbeiterin Svenja Luckscheiter des Jugendmigrationsdienstes (JMD) Pirmasens.

Eine gute Basis, um in ein Schuljahr zu starten, das einerseits von Respekt und Toleranz, andererseits im späteren Verlauf noch von Herausforderungen geprägt sein sollte. Im Rahmen des Programms Respekt Coaches des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hieß es Ende September, sich mit Werten und Normen in unserer und in anderen Gesellschaften auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen befassten sich mit der Frage, was Werte überhaupt sind und setzten sie in Zusammenhang mit dem Grundgesetz.


Sich kreativ mit Respekt auseinandersetzen

Um der Frage „Respekt – Was ist das eigentlich?“ auf den Grund zu gehen, absolvierten alle drei Klassen Ende Oktober jeweils eine viertägige Projektwoche in der JugendKulturWerkstatt in Pirmasens. In den Sparten Bildende Kunst, Musik, Medien, Tanz und Theater wurde das Thema auf verschiedene Weise und individuell nach den Ideen der Schülerinnen und Schüler bearbeitet. So erstellte beispielsweise die Klasse BF1 Wirtschaft und Verwaltung drei Fotostorys, die im Tonstudio durch eigenen Text zum Hörbuch erweitert wurden. Die Klasse BVJ Technik erstellte gemeinsam ein 2x2-Meter großes Graffiti, das im Treppenaufgang der Schule bewundert werden kann.

Die Frage „Respekt – Was ist das eigentlich?“ bearbeiteten die drei Klassen auf unterschiedliche Weise, aber immer künstlerisch-kreativ.

Die Klasse BVJ Sprache bearbeitete das Thema „Respekt“ unter dem Motto „Tanz, Theater, Musik“. Die Jugendlichen gestalteten ein Bühnenbild und entwickelten eine eigene Trommel-, Theater- und Tanz-Performance, die am letzten Tag der Woche vor Publikum präsentiert und gefilmt wurde. Für viele war es eine neue Erfahrung, dass etwas „so leicht gemeinsam mit der Klasse entstehen und es mit der Klasse Spaß machen kann“, so eine Schülerin.


Pandemiebedingte Planänderung: Corona-Storyboard

Im Endspurt vor den Weihnachtsferien erlernten und erarbeiteten die drei Klassen Handwerkszeug, um konfliktbehaftete Situationen gewaltfrei angehen und lösen zu können. Auch nach dem Jahreswechsel starteten die Jugendlichen noch wie gewohnt mit Respekt Coach Svenja Luckscheiter und beschäftigten sich mit dem Thema „Hate Speech im Internet – Hass ist keine Meinung“ und einem Planspiel zu „Flucht und Integration“.

Mit Beginn der pandemiebedingten Einschränkungen musste ein Gruppenangebot im Frühjahr jedoch abgesagt und auch der Abschluss des Schuljahres neu gedacht werden. Die Berufsbildende Schule war eine der ersten Schulen in Pirmasens, die ihre Türen wieder öffnete. So war es Svenja Luckscheiter möglich, mit den Herausforderungen umzugehen und mit Hilfe der Schulsozialarbeiterin eine Mitmach-Aktion umzusetzen: Auf einem Corona-Storyboard an der Schule hatten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, gehört zu werden. Zahlreiche Blätter mit Gedanken und Gefühlen zur Corona-Situation stecken nun an dem Storyboard und geben hier und da Halt und Zuversicht.


Gemeinsamer Abschluss

Um das Programm Respekt Coaches für das vergangene Schuljahr trotz allem gemeinsam abzuschließen, wurden Fotos der verschiedenen Workshops und von den Jugendlichen geschriebene und eingesprochene Texte zu einem Abschlussvideo zusammengeschnitten. Dieses schauten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Svenja Luckscheiter, den Klassenlehrerinnen und -lehrern und der Schulleitung an. Rückblickend war es für alle ein kreatives, lehrreiches Schuljahr voller Respekt.


Ein Artikel über das Respekt-Coaches-Programm in Pirmasens ist in der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" erschienen.


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Ein Beitrag von:JMD Pirmasens / Servicebüro JugendmigrationsdiensteVeröffentlicht: 20.08.2020